Der Kalte Krieg und die Friedensbewegung

[Plakat aus der Fachschaft Elektrotechnik, Herausgeber unbekannt, Datierung: 1960-1989]

Die Angst vor weiteren Kriegen

Nach dem zweiten Weltkrieg (1939 bis 1945), zwischen 1947 bis 1989 war Deutschland geteilt in ein West-Deutschland besetzt von den Westmächten Frankreich, England und den Vereinigten Staaten von Amerika (USA) und ein Ost-Deutschland auch bekannt als die DDR (Deutsche Demokratische Republik) besetzt von der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken (UdSSR).

Unter dem Motto “Nie wieder Krieg” steht nicht nur das Titelbild dieses Artikels.

In den ersten Nachkriegsjahren bewirkten Deutsche Bürger und Parteien aus Angst vor weiteren Kriegen, die durch Deutschland iniziiert werden könnten, dass die Kriegsdienstverweigerung aus Gewissensgründen als Grundrecht im Grundgesetz verankert wurde.

Die Jahre 1947 bis 1989 ist die Zeit des Kalten Krieges.

Der Kalte Krieg bezeichnet den Konflikt zwischen den Westmächten unter Führung der USA und dem sogenannten Ostblock unter Führung der UdSSR. Dieser Krieg trat als Konfrontation zwischen Kapitalismus und Kommunismus in Erscheinung und blieb „kalt“, da es nie zu einer direkten militärischen Auseinandersetzung zwischen den USA, der UdSSR und ihren jeweiligen Militärblöcken kam.

Es gab allerdings Stellvertreterkriege, wie den Koreakrieg und den Krieg in Afghanistan.

Die zwei Supermächte, USA und UdSSR, bagannen ein Wettrüsten, bei dem sie versuchten sich gegenseitig in der Entwicklung neuer noch Waffen auszuboten.

Die NATO (englisch „North Atlantic Treaty Organization“) als Atlantisches Bündnis oder als Nordatlantikpakt bezeichnet eine Internationale Organisation ohne Hoheitsrechte.

Sie versteht sich nicht nur als Verteidigungsbündnis, sondern auch als militärisch-politische Organisation von 29 europäischen und nordamerikanischen Mitgliedstaaten mit dem Ziel eigener Sicherheit und weltweiter Stabilität.

Am 12. Dezember 1979 beschloss die NATO den sogenannten „Doppelbeschluss“.

Dieser Beschluss sah die Stationierung der atomar bestückten US-amerikanischen Mittelstreckenraketen Pershing II und Marschflugkörper BGM-109G Cruise Missile in fünf NATO-Staaten Westeuropas als Antwort auf die Stationierung der neuen sowjetischen SS 20-Raketen vor.

Dieser Beschluss, der Kaltekrieg, die Stationierung der Allierten in Deutschland und der erst vergangene zweite Weltkrieg schürten die Angst vor einem Krieg der Supermäcte womöglich auf europäischem Boden.

Der Wunsch nach Frieden

Die Friedensbewegung (1979 bis 1983) protestierte stark gegen den NATO-Doppelbeschluss und die atomare Hochrüstung in Westeuropa und den USA.

Sie krietisierte, dass die amerikanischen Mittelstreckenwaffen in der Lage waren, die sowjetische Hauptstadt fast ohne Vorwarnzeit zu treffen.

Viele verwiesen auf den in den USA öffentlich diskutierten Plan die sowjetischen Kommandozentralen bei einem Atomkrieg durch einen Überraschungsangriff zu zerstören und sowjetische Vergeltungsschläge so weitgehend auf Europa zu begrenzen.

Über vier Millionen Menschen unterzeichneten 1980–1983, mitten im Kalten Krieg, den Krefelder Appell gegen die Stationierung amerikanischer Mittelstrecken-Atomwaffen in Europa.

Nach dem Scheitern der Genfer Verhandlungen im November 1982 lehnten Bevölkerungsmehrheiten mehrerer NATO-Staaten die geplante Aufstellung ab. Eine Abgeordnetenmehrheit des Deutschen Bundestages stimmte ihr am 22. November 1983 jedoch zu. Ab Dezember 1983 wurden die neuen Atomraketen aufgestellt.

Seit 1985 bot die Sowjetunion unter Michail Gorbatschow weitreichende atomare Abrüstung an. 1987 vereinbarten die USA und die Sowjetunion im INF-Vertrag Rückzug, Vernichtung und Produktionsverbot all ihrer atomar bestückbaren, landgestützten Flugkörper mit Reichweiten von 500 bis 5500 km und ihrer Trägersysteme. Bis Mai 1991 erfüllten sie diesen Vertrag.“

Und was hat das mit Bürgern und Studenten in Karlruhe zu tun?

Der nördliche Teil Baden-Württmebrgs, Karlsurhe mit eingeschlossen, wurde nach dem zweiten Weltkrieg von den USA besetzt und liegt damit, wie auf der Abbildung zu sehen in der amerikanischen Besatzungszone.

Besatzungszonen auf der Karte Deutschland eingezeichnet

In Karlsurhe gab es mehrere Militärstützpunkte, darunter das ehemalige Kasernengelände der Smiley Barracks und das ehemalige Wohngebiet für die Soldaten, das Paul-Revere-Village in der Nordstadt.

Ein Überbleibsel dieser Zeit sind die bis heute existierenden amerikanischen Straßennamen: Delawarestraße, Floridastraße, Indianaring, Kentuckyallee, Louisianaring, Mainestraße, Michiganstraße, New-Jersey-Straße, New-York-Straße, Ohiostraße, Pennsylvaniastraße, Rhode-Island-Allee, Tennesseeallee, Thomas-Jefferson-Platz, Vermontring.

Die US-Armee zieht damlas in vier Wehrmacht-Kasernen in Karlsruhe und Ettlingen ein und baut in Neureut-Kirchfeld-Nord eine fünfte. Sie bleibt bis 1995 dort stationiert.

Im Jahre 1956 wurde das Kernforschungszentrum Karlsruhe, welches sich 2009 mit der Universität Karlruhe zum Karlsruher Institut für Technologie zusammenschloss, gegründet.

Dieses Forschunszentrum erfüllte bis in die Anfänge der 70er Jahre hauptsächlich nukleare Forschungsaufgaben.

Erst im laufe der 70er kamen immmer mehr nicht-nukleare Aufgaben wie die Umweltforschung im Zuge des Kernengergieausstiegs hinzu.

Daher konnte Karlsurhe sich der oben geschilderten Debatten und Konflikte in keinsterweise Entziehen.

Es gab Bürger darunter auch Studenten in Karlsruhe, die an der Freidensbewegung teilnahmen.

Themen wie Frieden, Abrüstung, Kern- und Militärforschung an Universitäten werden damals wie heute debatiert.

Der Konflik zwischen Kommunismus und Kapitalismus, der während des gesamten Kalten Krieges dauerhaft present war, sowohl in der BRD als in ganz Europa, brach auch an deutschen Hochschulen aus, darunter Karlsruhe. Dies beweirkte an vielen Standorten weitreichende Konsequenzen für die Demokratisierung deutscher Hochschulen.

Später in der Geschichte wird die Anwesenheit der US-Armee erneut zum Thema: Im Rahmen von Wohnungsnot und Wohnraummangel entbrannte in Karlsruhe eine Debatte um die Nutzung der ehemaligen Baracken als Wohnungen für Kalsruher Bürger und Studenten.